Stiftung VIZE 97

Krebsprävention - Kolorektalkarzinom

Kolorektál Das Karzinom des Dickdarms ist bei uns die häufigste tödliche Krankheit, und sein Vorkommen nimmt weiterhin zu. Die Tschechische Republik steht dabei im Weltmaßstab an unrühmlicher erster Stelle. Die Ursachen dieses Phänomens sind offenbar ein Zusammentreffen mehrer Zivilisationsfaktoren, wie etwa Übergewicht, mangelnde Bewegung, spezifische Ernährungsgewohnheiten sowie hoher Alkohol- und Zigarettenkonsum.

Die Bemühungen der Ärzte reichen nicht aus, und es wurde nachgewiesen, dass Präventionsprogramme an Glaubwürdigkeit gewinnen, wenn sich auch Personen aus einem anderen Umfeld dafür einsetzen. Frau Dagmar Havlová, Vorsitzende des Stiftungsrats der Dagmar und Václav Havel Stiftung VIZE 97, hat diese Tatsache bemerkt und definierte nach Beratungen mit der Tschechischen gastroenterologischen Gesellschaft Ende der Neunzigerjahre ein gemeinsames Vorgehen, das hauptsächlich darin bestand, mehrere Treffen der Entscheidungsträger in diesem Gebiet zu vermitteln und die nötigen Gelder zu beschaffen. In der Folge wurde im Jahr 2000 ein landeweites Programm lanciert, das auf Stuhluntersuchungen und Koloskopien gründete. Dank der Bemühungen von Frau Dagmar Havlová gelang es, Zuwendungen in der Höhe von insgesamt 300 Mio. Tschechischer Kronen zu beschaffen, die es ermöglichten, ein dichtes Netz von endoskopischen Praxen einzurichten, das den hohen Anforderungen des Präventionsprogramms genügen sollte. In den sieben Jahren seines Bestehens hat das Programm landeweite Bekanntheit gewonnen. Die Anzahl Untersuchungen von Stuhlproben nach Blutungen stieg auf das 16-fache, die Anzahl Koloskopien stieg um das 1,6-fache und hat damit ein mit den USA oder Deutschland vergleichbares Niveau erreicht. Das Programm erhielt erhebliche Aufmerksamkeit der weltweiten ärztlichen Öffentlichkeit, und die Fachleute der Tschechischen gastroenterologischen Gesellschaft hatten wiederholt die Gelegenheit, es an diversen wissenschaftlichen Foren zu präsentieren. Auf deren Initiative hin und mit Beteiligung von Frau Dagmar Havlová fand 2002 in Wien ein internationales Symposium statt, über das in den österreichischen Medien ausführlich berichtet wurde, und an dem Fachleute aus 15 europäischen und außereuropäischen Ländern teilnahmen. Die Stiftung VIZE 97 wird sich in nächster Zeit hauptsächlich auf die Weiterentwicklung der Medienpräsenz des Programms konzentrieren, auf die Unterstützung der Spitzenpraxen und die Förderung tschechischer Forschungsprojekte, die auf den Daten beruhen, die im Rahmen des Programm gesammelt worden sind. Neben dem Präventionsprogramm, das eine zwar wertvolle, aber doch eher passive Vorsorge darstellt, wird sie auch eine gesunden Lebensstil propagieren, der einen tatsächlichen Rückgang dieser verheerenden Krankheit zur Folge haben wird. Teil der Medienpräsenz wird sein, die Notwendigkeit einer aktiven Haltung unserer Mitbürger zur Prävention dieser Krankheit zu betonen.